27.8.2021

Diana Lelonek - Zukunftsfieber

Ausstellungseröffnung

Die in der Umweltbewegung engagierte polnische visuelle Künstlerin Diana Lelonek arbeitet an der Schnittstelle von Kunst, Aktivismus und Wissenschaft: Sie untersucht den aktuellen Wandel der Biosphäre sowie das Netz der Verbindungen zwischen Menschen und Nicht-Menschen und ihrer Umwelt.
Mit der Ausstellung in der Galerie des Polnischen Instituts Düsseldorf lädt die Künstlerin uns ein, die anthropozentrische Perspektive aufzugeben und die Abhängigkeiten zwischen den Gattungen zu betrachten – als Chance für den Aufbau einer gemeinsamen Zukunft.

Der Gesang ausgestorbener Vogelarten mischt sich mit den Erzählungen von Menschen, die wegen des Braunkohletagebaus ihre Heimatorte aufgeben mussten. Städte und Landschaften werden zu Müllhalden, auf denen der Status von Gegenständen in Frage gestellt wird wie etwa der Status eines im Wald weggeworfenen Schuhs, auf dem sich geschützte Moose und Flechten ansiedeln. Auch der Raum der Kunst wird von der Natur in Besitz genommen – zurückerobert.
Leloneks Arbeiten zeugen, wie Joanna Bednarek in ihrem Text zur Ausstellung „Kompost“ in der Galerie Arsenał in Białystok schreibt, von einer spekulativen Imagination, die keine eindeutigen Antworten gibt, sondern auf suggestive Weise die Unruhe vermittelt, die mit dem Bewusstsein des Klimawandels, der Erfahrung der Pandemie und dem Nachdenken über die Zukunft „unserer Welt“ einhergeht. Und zugleich artikuliert sich in ihnen das Gefühl der Notwendigkeit zu handeln und des Unvermögens, die unumgänglichen Veränderungen zu akzeptieren.


Die Künstlerin schafft ungewöhnliche Situationen, die fantastisch wirken, aber Wirklichkeit werden können, sofern wir aufhören, den Menschen als Mittelpunkt der Welt wahrzunehmen. Wenn wir alte Positionen aufgeben und uns auf die Seite der Natur stellen, widerspricht das nicht unseren eigenen (menschlichen) Interessen, denn unser Leben ist eng mit dem Leben anderer Organismen verknüpft. Leloneks Arbeiten fügen sich zu einer Erzählung, die uns mit dieser Komplexität umzugehen lehrt und dem apokalyptischen Bild der Wirklichkeit einen Hoffnungsschimmer hinzufügt.

Monika Szewczyk, Kuratorin, Direktorin der Galerie Arsenał Białystok
Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der Galerie Arsenał in Białystok vorbereitet.

 »weitere Informationen zur Ausstellung